Junge Union besichtigt DLRG-Wachstation - JU: Landkreis muss für Kosten der Wasserrettung aufkommen

Die Junge Union (JU) Nordhorn hat vor kurzem die Wachstation der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Ortsgruppe Nordhorn am Vechtesee besichtigt. In einem Vortrag stellte DLRG-Vorstandsmitglied Benjamin Winter zusammen mit Schatzmeister Heiner Verbeck das Wachhaus, die Einsatzfahrzeuge und die Aufgaben- sowie Tätigkeitsfelder der DLRG vor. Aufgabenschwerpunkt bildet die Schwimmausbildung. Daneben leistet der Verein sanitätsdienstliche Absicherungen wie beim Nordhorner Triathlon, Wasserwachten sowie eine Reihe von weiteren Aufgaben.
Zudem stehen die Mitglieder in einer ausschließlich ehrenamtlicher besetzen schnellen Einsatzgruppe 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr der Stadt Nordhorn und dem Landkreis Grafschaft Bentheim sowie Teile des südlichen Emslandes zur Verfügung. Bei allen Unfällen mit Wasserbeteiligung rückt diese einzigartige Spezialeinheit in der Grafschaft aus, um beispielsweise ertrunkene Personen zu retten oder PKW´s zu bergen. Darüber hinaus stehen die Schwimmer und Taucher im Katastrophenfall mit ihren Helfern zur Verfügung.
Vorstandsmitglied der JU Georg Binsfeld äußerte sich dazu: „Mir war nicht bewusst, dass die DLRG rund um die Uhr für die Sicherheit der Nordhorner und Grafschafter Bürger zur Verfügung steht. Mit Blick darauf, dass die nächsten Taucher in Haselünne oder Meppen verfügbar sind, bin ich dankbar, dass die Mitglieder der DLRG uns allen diesen Dienst erweisen!“
Im Gespräch wurde deutlich, dass auch präventiv für Sicherheit gesorgt wird. Vor allem die Schwimmerziehung nimmt in der Grafschaft einen hohen Stellenwert ein. Darüber hinaus hat die kürzlich ausgetragene Landesmeisterschaft Mitte April mit über 2.000 Schwimmern aus dem ganzen Bundesland verdeutlicht wie gut die DLRG aufgestellt ist.
Bei der Präsentation und den Gesprächen vor Ort wurde zudem deutlich, dass der Verein auch vor Herausforderungen steht. Dazu merkte Sebastian Hochmann, Vorsitzender der JU, an: „Wenn in der Vechte, im Quendorfer See oder im Coevorden-Piccardie-Kanal eine Person im Wasser verunfallt, kommen die Einsatzkräfte der DLRG Nordhorn selbstverständlich um Leben zu retten. Ebenso selbstverständlich muss es sein, dass der DLRG die Unkosten dafür erstattet werden. Mit großem Entsetzen haben wir im Gespräch erfahren, dass der Verein ausschließlich Beitrags- und Spendenfinanziert ist. Es ist eine riesige Leistung, dass sowas überhaupt möglich ist, aber hier ist die Politik schnellst möglich gefragt!“
Aktuell erhalten die Ortsgruppen Nordhorn und Schüttorf eine jährliche Pauschale für den Katastrophenfall. Für die Vorhaltung von Fahrzeugen, Ausstattung und Geräten bei beispielsweise großen Überschwemmung oder anderen Katastrophen ist diese Pauschale gedacht. Die Kosten für die schnelle Einsatzgruppe in Nordhorn, also die Wasserrettung die rund um die Uhr zur Verfügung steht, werden in keiner Weise erstattet.
Hochmann weiter: „Möglich wäre beispielsweise eine jährliche Pauschale für die schnelle Einsatzgruppe, sodass zumindest sichergestellt wird, dass die notwendigen Tauchgeräte und Einsatzfahrzeuge gewartet werden können. Es ist ein Dienst an der Allgemeinheit. Ehrenamtlich stehen die Helfer zur Verfügung, ein Unding, dass dort nicht mal die Unkosten gegenfinanziert werden! Wir können nicht erwarten, dass die Helfer drei Tage am Vechtesee im Einsatz sind, um 3 Uhr in der Nacht nach Hoogstede fahren wenn nicht einmal das Benzin bezahlt wird. Hier muss der Landkreis zeitnah eine Finanzierungsunterstützung vorstellen“
Die JU sicherte den DLRG-Vertretern im Gespräch zu, sich des Themas anzunehmen und es an die CDU-Kreistagsfraktion heran zu tragen. Zudem sollten Kooperationsmöglichkeiten überprüft werden, so könnte beispielsweise die Feuerwehr-Technische-Zentrale des Landkreises die Wartung und Befüllung der Atemluftflasche übernehmen.