Landkreis: Wasserrettung nicht notwendig - Junge Union kritisiert fehlende Regelung zur Wasserrettung scharf

Vor kurzem hat die Junge Union (JU) Nordhorn die Wachstation der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) am Vechtesee besichtigt. Im Gespräch mit Vertretern der Organisation wurde deutlich, dass eine Gruppe ehrenamtlicher Taucher und Schwimmer rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr für die Sicherheit der Grafschafter Bevölkerung zur Verfügung steht. Bei Unfällen am oder im Wasser wird diese Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) von der Rettungsleitstelle des Landkreis Grafschaft Bentheim alarmiert um den Rettungsdienst und die Feuerwehren zu unterstützen. Weder Rettungsdienst noch Feuerwehr im Landkreis verfügen über eine Wasserrettung, sodass die DLRG einen nicht ersetzbaren Dienst für die Sicherheit in der Grafschaft leistet.

Die DLRG in Nordhorn finanziert sich ausschließlich über Spenden und Mitgliedsbeiträgen. Selbst wenn die Rettungsleitstelle des Landkreises Grafschaft Bentheim die Spezialeinheit der DLRG alarmiert, werden keinerlei Kosten, Verdienstausfälle oder Schäden am Material übernommen. „Ständig lesen wir davon wie wichtig ehrenamtliches Engagement für unsere Gesellschaft doch ist. Hier haben wir den Beweis, dass wir ohne die ehrenamtlichen Helfer der DLRG aufgeschmissen wären und was wird getan? Es wird ganz selbstverständlich in Anspruch genommen obwohl behauptet wird, dass ein solches Engagement nicht notwendig sei“ äußert sich Sebastian Hochmann, Vorsitzender der JU Nordhorn. Bezugnehmend stellt Hochmann dar, dass die JU Nordhorn einen Fragenkatalog an den Landkreis Grafschaft Bentheim gestellt hat, indem die Verwaltung Stellung zur aktuellen Situation der Wasserrettung nimmt.

Einleitend wird erklärt, dass das Niedersächsische Rettungsdienstgesetz eine Wasserrettung vorsieht, der Bedarfsplan für den Landkreis Grafschaft Bentheim diese aufgrund mangelnder Unfallschwerpunkte nicht aufführt.

„Das es in der Wasserstadt Nordhorn mit dem Vechtesee, den Kanälen und der Vechte, sowie im Rest der Grafschaft mit den unzähligen Seen und Kanälen keinerlei Unfallschwerpunkte geben soll, halte ich für höchst zweifelhaft. Vor allem in diesem Jahr mussten wir mehrere tödliche Badeunfälle in der Grafschaft verzeichnen. Allein in diesem Jahr musste die SEG der DLRG 11 mal ausrücken, anders als die Verwaltung mit bisher 6 Einsätzen erklärt. Auch die Behauptung, dass ausgebildete Feuerwehrtaucher aus Rheine und Meppen mit einem ADAC Rettungshubschrauber eingesetzt werden können, muss genauer betrachtet werden. Zum einen ist der Zeitfaktor bei solchen Einsätzen zu beachten und zum anderen ist die Möglichkeit eines Einfliegen von Feuerwehrtauchern an enge Vorraussetzungen geknüpft, die zudem für den Landkreis Steinfurt gelten und nicht für die Grafschaft Bentheim“ erklärt Hochmann weiter.

Mit Unverständnis äußert sich auch Georg Binsfeld, Vorstandsmitglied der JU, weiter: „Wenn eine Vorhaltung einer Wasserrettung wirtschaftlich nicht sinnvoll erscheint, wie es die Verwaltung behauptet, wieso wird dann nicht alles getan, eine bestehende Wasserrettung zu stabilisieren und zu fördern? Wir können doch nicht erwarten, dass ehrenamtliche Helfer zum Retten raus fahren und am Ende noch das Spritgeld selber bezahlen müssen!“

„Zusammen mit der DLRG muss die Verwaltung schnellstmöglich eine vernünftige Kostenerstattung auf den Weg bringen. Eine einsatzunabhängige jährliche Pauschale wäre der sinnvollste Weg. Wir müssen den freiwilligen und ehrenamtlichen Helfern jegliche Unterstützung geben, die sie verdienen. Zudem fordern wir, dass Kooperationsmöglichkeiten geprüft werden. Die Feuerwehrtechnische Zentrale des Landkreises die aktuell die Befüllung der Pressluftflaschen für die Feuerwehren übernimmt, könnte beispielsweise ähnliche Dienste für die DLRG übernehmen. Wir werden unsere Forderungen an den Kreistag weiterleiten und werden die Entwicklung aufmerksam verfolgen“ erklärt Hochmann abschließend